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05/1971: "Ayayayayay", konkrete und elektronische Musik

Ayayayayay (1971), für Tonband


 

Während des Sommers 1969 war ich sechs Wochen in Ecuador. Dort habe ich alles auf Tonband aufgenommen, was mir zu Gehör kam: Klänge und Geräusche aus der Natur (Wind, Flüsse, Tiere, Regen, usw.), typische Stadtgeräusche (Markttreiben, Verkehr, usw.) , Ereignisse, an denen ich Teil hatte (Unterhaltungen, Reisen, Feste, eine Taufe, usw.) und natürlich "Musik" (Aufführungen, Radiosendungen, Aufnahmen, usw.), kurz alles, was mich akustisch umgab. Sobald ich in jeder Hinsicht ein wenig Abstand von dieser Reise gewonnen hatte, begann ich damit, das Aufgenommene abzuhören, in der Absicht, es zu ordnern und zu studieren. Dabei entdeckte ich sogleich ein doppeltes Potential: einerseits sehr interessante, rein akustische, als Parameter zu definierende Eigenheiten, anderseits eine große Aussagekraft in der Vergegenwärtigung von Objekten, Ideen, Gefühlen und Situationen, die letztlich zu einer getreuen und unmittelbaren Charakterisierung, einer oder besser gesagt unserer, Lebensweise führte. In Ayayayayay geht es demnach um die Darstellung dieser beiden klanglichen Aspekte. Auf einem durch Manipulation realer Klänge geschaffenen abstrakten Gewebe erscheinen ganz plastisch akustische Bilder von charakteristischen Augenblicken des täglichen Lebens, eines Alltags, dunkel, schmutzig, ohne andere Linderung als Alkohol und Illusion, unter der Oberfläche einer despotischen, zynischen und heuchlerischen Gesellschaft.

 

Manuskript