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29/1989-92: "The Wings of Perception II", für 8-Spuriges Tonband

The wings of perception II (1989), für 8-Spur Tonband

The Wings of Perception I und II sind 2 aus 6 Kompositionen des Zyklus Reading Castañeda, die zwischen 1980 und 1993 entstanden sind. Der Zyklus wurde 1993 in der Multimediale 3 des ZKM in Karlsruhe uraufgeführt.

Technischer Ausgangspunkt des Zyklus war eine Metallkonstruktion, ein KLANGOBJEKT. Dieses  'Instrument' wurde von Andrea Atlanti und mir Anfang der 80er Jahre in Metz entworfen und in mehreren Phasen über Jahre hin weiterentwickelt. Das Instrument besteht aus einem Gerüst, woran Metallobjekte an Nylonfäden aufgehängt werden; diese werden dann mit Bogen bzw. Schlägel ‚gespielt‘ und mittels Kontaktmikrophone verstärkt.

Die durch dieses Instrument erzeugte Klangwelt  war äußerst vielfältig und für mich faszinierend. Die Analyse dieser Klänge gab mir einen Einblick in ihre Struktur und regte mich über mehrere Jahre an, verschiedene Werke zu komponieren.

Parallel zu dieser Arbeit las ich die vier ersten Bücher von Carlos Castañeda über die Praxis der Zauberei bei den Yaqui-Indianern in Mexico. Die anthropologische Authentizität dieser Texte wird von Fachleuten in Frage gestellt. Trotzdem bleiben sie eine äußerst anregende Lektüre, nicht zuletzt wegen der wundervollen Beschreibungen  von Klang, Zeit, Raum und Licht. Die Kompositionen des Zyklus  sind keine Vertonungen; es gibt wenige Beziehungen zwischen Text und Musik. Viel eher könnte man diese Kompositionen als Kommentare, als eine Art "Pausenmusik" zur Lektüre der Bücher verstehen.         

THE WINGS OF PERCEPTION I ist für Streichquartett und eine Tonbandmontage komponiert. Diese Montage benutzt ausschliesslich Aufnahmen von Klängen des KLANGOBJEKTS. Das Streichquartett wird als ein solistisches Klangobjekt-live behandelt.

THE WINGS OF PERCEPTION II benutzt die oben erwähnte Montage als Hauptstimme, welche von vier zusätzlichen Spuren kommentiert wird. Diese wurden von einem Virtuellen Klangobjek generiert.  Das Virtuelle Klangobjekt wurdevon mir auf Grund der  Analyse der Originalklänge des Klankobjekts "geschrieben".

Auftrag: ZKM
Uraufführung:1993, Multimediale 3, ZKM Karlsruhe

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