Viele auf dieser Homepage enhaltenen Partituren und Cds sind käuflich zu erwerben. Bitte schreiben Sie an Kontakt für Preise und sonstige Auskünfte.

42/1999-2000: "El Tiempo", für 2 Flöten, 2 Klarinetten, 2 Celli, 2 Schlagzeuger und Elektronik

EL TIEMPO (Übungen für 8) (1999), für 2 Flöten, 2 Klarinetten, 2 Celli, 2 Schlagzeuger und Elektronik

Thema von EL TIEMPO ist die Auslotung von Möglichkeiten  bezüglich der Messung der Zeit. Acht verschiedene Methoden werden in dieser Komposition verwendet, meistens gleichzeitig. Folgende Dauer-Reihen entstehen:

1. Exponentielle rall. in  8  Teile, wobei der achte Teil acht mal größer ist als der erste;
2. Die Umkehrung von 1;
3. Exponentielle rall. in  12  Teile, wobei der zwölfte Teil 12 mal größer ist als der erste;
4. Die Umkehrung von 3;
5. Lineare Accel. in 8 Teile, wobei der achte Teilt 8 mal kleiner ist als der erste ;
6. Die Umkehrung von 5;
7. Teilung in 8 gleiche Teile;
8. Eine aleatorische Anordung der Reihe 1.

Die gleichzeitige Wiedergabe von 1 bis 7 ergibt ein streng symmetrisch ‘rhythmisches’ Gebilde; die Addition der  achten Reihe stört diese Symmetrie nur geringfügig.

In EL TIEMPO werden 8 Kompositionen nacheinander gehört, deren Dauer der Reihe 1 entsprechen: die erste Komposition dauert 136 Sekunden, die achte, 8 mal so viel, 1088 Sekunden.

Alle Kompositionen machen Gebrauch von den oben genannten Reihen, in den meisten Fällen erklingen alle Reihen gleichzeitig.

Dieses so geschaffene Zeitraster wird durch ihr zugeordnetes akustisches Material wahrnehmbar:

.Sprache;
.Sinustöne und verschieden gefilterter weißer Rausch;
.Ein ‘Akkord’ von 16 Sisnustönen mit Intervallabständen von jeweils einem Achtelton, der
ein Schwebungsmuster erzeugt, der in Theorie sich ‘nie’ wiederholen wird;
.Xylophon-Phasing-Melodien: eine Taste wird mit zwei Schlägeln  ‘gleichzeitig’ gespielt,
was jedoch so gut wie unmöglich ist; die verschiedenen Zeitintervalle, die in Wirklichkeit
zwischen den Anschlägen beider Schlägel entstehen, erzeugen ‘Phasing-Melodien’ (s. Lachenmann in die
Klavierstücke).
.Lissajou Skulpturen: Lissajou Figuren sind bekannt als Darstellung von Wellenformen in
Oszilloskopen; ich habe diese Figuren auf die Verräumlichung von Klängen mittels 8
Lautsprechern ‘transponiert’.
.Synthetische Klänge, die aus der Nachahmung einer ‘unharmonischen Saite’
(Physical-Modeling) entstanden sind.

Meinen Dank an James Avery und die Gruppe SurPlus,  die die Realisierung dieses Projektes ermöglicht haben.

Que esfuerzo me cuesta
dejarte ir, oh dia.
Te vas lleno de mi
regresas sin conocerme


F. Garcia Lorca

Tre Media/Ricordi